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Aktuelles Schuljahr

Goldmedaillengewinnerin unterstützt Projekttag

Vielfalt und Austausch sind zwei der wichtigsten Anliegen der Gesamtschule Gummersbach. Bei einer Schülerschaft, die aus vielen verschiedenen Ländern stammt, ist es besonders wichtig, stets ein deutliches Zeichen für Dialog und Toleranz zu setzen und die Schülerinnen und Schüler in diesem Sinne während ihrer Schullaufbahn zu begleiten. So wurde auch dieses Jahr am Freitag, dem 25.1.2019 der Projekttag anlässlich des Holocaust-Gedenktages abgehalten – in diesem Jahr mit prominenter Unterstützung unter anderem von der dreifachen Goldmedaillengewinnerin Kirsten Bruhn.

Statt „normalem“ Unterricht traten am Freitag Schülerinnen und Schüler und Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam zu einem im Jahr 2019 wichtig wie nie gewordenen Ziel in den Austausch: dem Einsatz für Toleranz und Begegnung und gegen Rassismus und Ausgrenzung in allen Formen. So wurde an diesem Tag in der Schule also nicht nur gegen Diskriminierung aufgrund einer bestimmten Herkunft, sondern gegen alle Formen von Ausgrenzung vorgegangen – schülernah, modern und vor allem: im Dialog.

Austausch wird an der Gesamtschule Gummersbach großgeschrieben

Organisiert wurde der Tag in Form von Workshops von Lehrerinnen und Lehrern sowie außerschulischen Unterstützern. Die Gesamtschule Gummersbach ist stolz auf die breite Palette von Angeboten in diesem Jahr. Zweifellos ein Highlight: ein Besuch der AthletinKirsten Bruhn. Sie konnte bei den Sommer-Paralympics elf Medaillen, darunter drei Goldmedaillen erlangen, ist eine der drei Protagonisten des Dokumentationsfilms „Gold – du kannst mehr als du denkst“, der auf der Berlinale 2013 gezeigt wurde, und setzt sich aktiv für den Sport von Menschen mit Behinderung ein. Eingeladen wurde sie von Friedhelm Julius Beucher, dem Präsidenten des Behindertensportverbandes und Paten der Gesamtschule Gummersbach für die Initiative „Schule ohne Rassismus“, der uns an diesem Tag ebenfalls besuchte. Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen hatten die Gelegenheit, mit der Ausnahmesportlerin intensiv ins Gespräch zu kommen.

Die Gesamtschule Gummersbach freut sich, zahlreiche weitere Unterstützer für den Aktionstag gefunden zu haben: So las der bekannte Schriftsteller und Theologe Michael Höhnfür die 8. Klassen aus seinem Jugendroman „Das Geheimnis der Sara Abt“. 

Weiterhin unterstützten Jugendliche der Aktion Likrat(Jugendverband des Zentralrats der Juden in Deutschland) sowie das Team SCHLAU Olpe(Aufklärung zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt) mit auf die Ziele der Gesamtschule Gummersbach abgestimmten Angeboten.

Den Schülerinnen und Schülern wurden unter anderem folgende Workshops angeboten:

  • Leben mit Behinderung: ein Treffen der Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen mit Goldmedaillengewinnerin Kirsten Bruhn 
  • „Das Geheimnis der Sara Abt“: Autor Michael Höhn liest für die 8. Klassen aus seinem Jugendroman
  • Gegen das Vergessen: Exkursionen zur Gedenkstätte Hadamer, zum ehemaligen KZ Buchenwald und ins EL-DE Haus in Köln
  • Zusammen stark sein: Mädchen lernen im Workshop „Keine Gewalt gegen Frauen“, sich gegen (sexualisierte) Gewalt zu wehren
  • Gegen Tabus, für Aufklärung zu geschlechtlicher und sexueller Vielfalt: ein Workshop des Teams SCHLAU Olpe für die Oberstufe

Einige Rückblicke zum Aktionstag:

„Auseinandersetzung mit der Geschichte ist die wesentliche Bedingung, dass Geschichte sich nicht wiederholt. Dieser Tag soll für die Kinder und Jugendlichen der Gesamtschule Gummersbach Gelegenheit bieten, sich mit der Vergangenheit Deutschlands auseinanderzusetzen, um so Toleranz zu lernen gegenüber Menschen mit oder ohne Behinderung, egal welcher Herkunft oder Religion.“ (Ingolf Weber, Schulleiter)

Der Tag soll ein sichtbares Zeichen gegen jede Art von Diskriminierung, Ausgrenzung und Rassismus sein.  Aus diesem Grund bemühen wir uns ein breites thematisches Spektrum abzubilden, das beispielweise Probleme von gehandicapten Menschen oder geschlechtsspezifische Benachteiligungen einschließt.“ (Jörg Sandhofe, Lehrer für Philosophie, Geschichte und Deutsch und Koordinator des Aktionstages)

„An unserer Schule ist Einsatz gegen Rassismus ein wichtiges Thema. Ich finde es toll, dazu ins Gespräch zu kommen, und ein solcher Tag ist eine gute Möglichkeit, dieses Anliegen umzusetzen.“ (Sarah Warkentin, Schülerin der Jahrgangsstufe 12, nahm am WorkshopDas Fremde, das in jedem wohntteil)

„Ihr Vortrag hat mir klar gemacht, dass man nicht über andere lästern, sondern sie unterstützen sollte“ (Chaja, Schülerin der Jahrgangsstufe 7, nahm an dem Workshop „Leben mit Behinderung“ teil)

„Es war sehr interessant zu hören, mit welchen Schwierigkeiten sich Jugendliche jüdischen Glaubens in unserer Gesellschaft heute immer noch auseinandersetzen müssen. Es ist traurig zu sehen, dass Diskriminierung immer noch so ein großes Thema in unserer Gesellschaft ist.“ (Mika Frölich, Schüler der Jahrgangsstufe 12, nahm am Workshop „Junge Juden in Deutschland“ teil)

„Ich empfand die Exkursionen zum El-DE Haus in Köln sowie die Fahrt nach Buchenwald als wichtig und informativ. Wenn man direkt an diesen Orten ist und die Geschichten hört, wird man direkt mit der Geschichte konfrontiert. Es ist unglaublich wie kaltblütig und herzlos Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion oder Nationalität misshandelt oder sogar umgebracht wurden. Wenn man diese Orte besucht und weiß, dass dort nichts nachgestellt wurde, sondern alles so war, ist dies ein komplett anderes Gefühl, als lediglich darüber zu lesen.“ (Serife Sultan Irem Altim, Schülerin des 10. Jahrgangs, nahm an der Exkursion zum EL-DE Haus teil.)

„Die Schülerinnen und Schüler waren beeindruckt und gerührt. Man kann viel vorher lesen und sich anschauen, aber wenn man mit der Realität konfrontiert wird, ist es erschreckend. Für vieles reicht die Vorstellungskraft nicht aus.“ (Carmen Buschmann, Lehrerin für Englisch, Spanisch und Sport, begleitete Schülerinnen und Schüler des Jahrgangs 10 auf der Exkursion zum KZ Buchenwald)


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